Das erste Mal bei einer Autorenlesung dabei

Aus unserer Schule sind Schüler nach Sulingen zu der Lesung von Heidi Hassenmüller gefahren. Die Autorin stellte dort in der Stadtbücherei ihr Buch “Gute Nacht Zuckerpüppchen“ vor.
Die Geschichte handelt von der versäumten Kindheit und Jugend der Autorin durch den sexuellen Missbrauch des Stiefvaters.
Ihr Vater war im II. Weltkrieg als Soldat gefallen, deshalb konnte sie sich kaum noch an ihn erinnern. Dann taucht plötzlich Onkel Malsch auf, der Kriegskamerad ihres Vaters, den sie am Anfang noch sehr gerne mag, weil er sie Zuckerpüppchen nennt und sie wie eine kleine Prinzessin behandelt. Ihren Bruder aber kann er überhaupt nicht leiden, er lässt ihn nur Drecksarbeiten machen, damit er ein richtiger Mann wird.
Onkel Malsch heiratet später die Mutter, die Kinder müssen ihn Papi nennen .Nachdem er das Vertrauen der Kleinen gewonnen hat, fängt er an, sie sexuell zu missbrauchen und macht ihr Angst, es jemanden zu sagen, wenn sie es nicht weiter tut. Als sie älter ist, versucht sie wegzulaufen, was ihr aber misslingt.

Interview mit zwei der teilnehmenden Schüler, Joshua und Jacob:
Ihr wart auf der Lesung von Heidi Hassenmüller, die eine schreckliche Geschichte erzählt, die ihr selbst passiert ist.
Habt ihr das Buch schon einmal gelesen?
Beide: Nein, haben wir noch nicht, aber wir werden es noch auf jeden Fall tun.
Wie hat euch die Vorlesung gefallen?
Joshua: Ich fand es sehr spannend und informativ.
Jacob: Man hat richtig mitgefühlt.
Was sagt der Titel Zuckerpüppchen für euch aus?
Jacob: Zuckerpüppchen ist ja eigentlich ein liebevoller Kosename, bei dem man sich geborgen fühlen soll. Der Stiefvater nutzt das Vertrauen des kleinen Mädchens voll aus.
Was für einen Eindruck hat die Autorin auf euch gemacht?
Jacob: Ziemlich aufgeschlossen….
Joshua: Sie sah am Anfang aus wie eine ganz normale Frau, wie jede andere, als hätte sie das alles nicht durchgemacht.
Jacob: Erst hat sie nicht so selbstbewusst gewirkt, aber als sie anfing zu erzählen, kam alles so rüber, als wäre das, was ihr passiert ist, das normalste der Welt.
Joshua: Als sie dann zum Schluss noch erzählte, dass ihr Stiefvater sich auch an ihrer Tochter vergreifen wollte, hörte man ein Zittern in ihrer Stimme.
 Was ist das Erschreckende an der Geschichte?
Joshua: Der Stiefvater hat es ausgenutzt, als die Freundin da war. Er hat sie auch misshandelt.
Jacob: Dass die Mutter es die ganze Zeit nichts mitbekommen hat.
Wird die Lektüre Mädchen, die selbst in so einer Lage sind,  weiter helfen?
Joshua: Ja, ich denke schon, weil es zeigt, dass sie nicht allein sind und dass man dagegen etwas unternehmen kann.
 

Siham Sultan (10a)