„Gute Nacht, Zuckerpüppchen“
 

Lesung von Heidi Hassenmüller in Sulingen

Am 02.10.07 trafen wir um 18:30 Uhr an der Bushaltestelle der Realschule. Dann fuhren wir geschlossen nach Sulingen. Als Fahrer hatten sich eine Mutter und der Freund einer Klassenkameradin bereit erklärt. Wir kamen nach einer halben  Stunde an. Der Vortrag fand in der Stadtbücherei statt. Wir nahmen unsere Plätze ein und beobachteten Heidi Hassenmüller, die auf den ersten Blick nicht wie eine Schriftstellerin aussah. Gegen 19:30 Uhr war die Bücherei gut gefüllt und Frau Hassenmüller begann mit ihrem Vortrag. Als erstes stellte sie sich vor. Dann begann sie aus ihrem Buch „Gute Nacht, Zuckerpüppchen“ vorzulesen.

Sie erzählt im Buch ihre persönliche Geschichte. Doch sie schrieb es in der 3.Person weil, wie sie meinte, es für einen Schriftsteller enorm schwer sei, aus der Ich -Perspektive zu erzählen. Sie erzählt also ihre Geschichte und die hatte es in sich: Ihr Leben wendet sich zum Negativen, als sie krank war und zuhause bleiben musste. Sie fragte ihren Stiefvater nach einer Geschichte, die er ihr auch bereitwillig erzählte. Die Situation kulminiert darin, dass es zu einem Übergriff kommt. Der Stiefvater meint, in einer Geschichte dürfte man das. Am Ende droht er ihr, sie soll ihrer Mutter nichts erzählen. Das wagt sie auch nicht, weil sie ihre Mutter für so physisch labil hält und glaubte, dass sie sich das Leben nehmen würde, weil ihr Stiefvater sie doch mal betrogen hatte und die junge Heidi mitgehört hatte, als sie sagte: „Betrügst du mich noch einmal, bring´ ich mich um!“ Frau Hassenmüller dachte damals, dass sie ihre Mutter auch betrogen hätte. Ihr Vater vergriff sich außerdem nach an der besten Freundin. Irgendwann wurde er dann in der Schule darauf angesprochen, doch sie schweigt. Als ihr alles zuviel wird, rennt die von zuhause weg. Als sie gefunden wird, schweigt sie auf der Polizeiwache. Später auf dem Heimweg biegt ihr Vater in einem verlassenen Weg ein und vergewaltigt sie wieder. Als sie 18 ist, lässt sie sich auch auf Drängen des Arztes volljährig schreiben. Als ihre Mutter stirbt, verspricht sie ihr, sich um den Vater zu kümmern. Doch eines Abends, es war Weihnachten, erzählt ihre Tochter ihr, dass sie ihr Opa in den Schlüpfer gefasst habe. Daraufhin nimmt Frau Hassenmüller ihre Kinder und fährt zu einer Freundin, weil sie sonst nicht gewusst hätte, was sie getan hätte. Danach bricht sie den Kontakt zu ihrem Stiefvater endgültig ab. Sie warnt ihren Bruder, doch der glaubt ihr nicht und muss  die Konsequenzen tragen. Sein Vater  vergreift sich auch an seinen Töchtern, was ihn abrutschen lässt. Schließlich lässt sich seine Frau scheiden.

Als Frau Hassenmüller die Lesung beendet hatte, war das Publikum geschockt. Es war eine Geschichte, die desgleichen sucht. Danach  stellten viele Leute Fragen. Nach guten zwei Stunden war dieser intensive Vortrag zu Ende.

 

Joshua Brandhoff, 9a