Ramadan im September 2007


Am 24. September 2007 haben uns Herr Tuncer und Frau Kleber, zwei Muslime, an der Realschule Bassum besucht, um uns ihre Religion zu erläutern und uns den Fastenmonat Ramadan näher zu bringen. Beim islamischen Fastenritual denken viele, dass ein Kopftuch außerhalb der Gebete Pflicht sei. So ist es nicht, viele denken falsch über diese Religion, da sie auch sehr umstritten ist und sich ein Bild von ihr machen, ohne sich damit zu beschäftigen. Sie haben eine sehr nahe Verbindung zu Gott, beim Fasten zeigen sie diese besonders. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist das Rauchen, der Geschlechtsverkehr sowie das Essen und Trinken verboten.
Die Ramadantage sind im neunten Monat des Mondkalenders. Dieses Jahr beginnt er am 13.09.2007 und endet am 11.10.2007.

Ein Muslim kann jeder werden, es gibt keine bestimmten Voraussetzungen, was ein Muslim haben muss oder nicht. Dennoch gibt es fünf Säulen des Islam, an die sich jeder Muslim halten muss und auch sollte.

Die erste Säule:

Das Glaubensbekenntnis. Es gibt keinen anderen Gott außer Allah und den Propheten Mohammed.

Die zweite Säule:
Fünf mal am Tag müssen Gebete verrichtet werden:
Morgens um fünf, mittags um halb zwei, nachmittags um fünf, abends um halb acht und am späten Abend um halb zehn Uhr. Das Beten muss nicht in einer Moschee vollzogen werden, es kann überall gebetet werden. Es muss nur auf einem Gebetsteppich verrichtet werden o.ä. und sauber sein. Vorher müssen die Füße, Hände und das Gesicht gewaschen werden. Bestimmte Gebete, wie das Todesgebet beim Opferfest am Ende des Ramadanfestes, werden gemeinschaftlich vollzogen, dabei lesen die Gläubigen aus dem Koran.

Dritte Säule:

Die Almosenabgabe. Die Muslime, die in finanzieller Sicherheit leben, geben den Muslimen, denen es weniger gut geht, ein Zehntel ihres Vermögens ab. In Afrika ist dies jedoch meist nicht möglich, da dort die wirtschaftliche Lage der Gläubigen meist sehr viel schlechter aussieht.

Vierte Säule:

Die Pilgerfahrten. Einmal in jedem Leben eines Muslims sollte er eine Pilgerfahrt mitgemacht haben. Wenn er jedoch durch eine Behinderung, Krankheit oder durch finanzielle Not nicht dazu in der Lage ist, wird dies verziehen und man wird befreit von der Pilgerfahrt. Die Pilgerfahrten erlösen von so genannten Sünden. Die Kaaba in Mekka ist den Muslimen heilig. Der schwarze Stein  (Beim „Schwarzen Stein“ handelt es sich möglicherweise um einen Meteoriten. Das ist jedoch nur eine Vermutung.) hat den Umfang des Forums unseres Schulzentrums. Die Kaaba steht auf einem 25 cm hohen Marmorsockel, der um 30 cm hervorspringt. Das Gebäude ist 13,10 m hoch und hat eine Grundfläche von 11,03 m x 12,62 m. Die vier Ecken zeigen ungefähr  in die vier Himmelsrichtungen. Wenn man von der Pilgerreise zurückgekehrt ist, darf man jedoch nicht mehr schlecht über etwas oder jemanden reden. Schimpfwörter sind dann Tabu.

Fünfte Säule:

Das Fasten. In dieser Zeit dürfen die Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts zu sich nehmen. Man nimmt während des Ramadan dreimal Wasser in den Mund und sagt„Ich faste.“. Diese Zeit ist eine sehr gesegnete, man tut sehr viel für die Familie, man teilt und lädt ein zum gemeinsamen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Beim Beten setzt die Muslima ein Kopftuch auf und verdeckt die Beine mit einem langen Rock, die Arme und Handgelenke sind bedeckt mit einem langärmeligen Pullover. Männer tragen dabei kein Kopftuch, sondern die so genannte Fes/ Takke, eine kleine Kappe, die die Muslime von den Juden (hier: Kippah) übernommen haben. Wenn die Sonne untergegangen ist, dürfen sie wieder normal essen, es wird ganz normal gekocht und nach jedem vollzogenen Abendessen wird eine kleine Süßigkeit verzehrt. Sie trinken Wasser und essen Oliven oder Datteln. Man kann auch einen Tag mal nicht fasten, wenn der Körper z.B. nicht dazu in der Lage ist. Oft wird dann ein dritter Gläubige beauftragt und erhält eine Entlohnung dafür, dass er für ihn fastet. Den Koran gibt es in unterschiedlichen Fassungen. Von Herrn Tuncer wurden uns drei Varianten vorgestellt: eine rein türkische, eine arabisch- türkische und eine deutsche Form. Achttausend Migranten leben bei uns in Deutschland, in fünfzehn Städten und Gemeinden verteilt. In Bassum leben nur ca. dreihundert Migranten und in Syke sind es im Vergleich ein ganzes Stück mehr, ca. tausend Migranten.

 

 Lisa Förster und Christin Knief (10d)