Wie gut sind die RealCareBabys wirklich ?

Der Bericht einer Wochenend - Großmutter

„Ich kriege ein Baby !“ Das ist vermutlich genau der Satz, den keine Mutter von ihrem Kind hören möchte, wenn es noch zur Schule geht. Aber genau diesen Satz sagten acht Schülerinnen zu ihren Müttern, denn am 26.1.2007 durften diese Schülerinnen Mutter für ein Wochenende sein und ihre Eltern durften einmal Oma und Opa spielen. So auch Frau Stahmann, sie genoss dies jedoch in keiner Weise, denn sie stellte, wie sie in ihrem Bericht schrieb, „erhebliche Mängel am Konzept dieses Projekts“ fest. Frau Stahmann ist selbst Mutter von vier Kindern und weiß deshalb, wie die Realität aussieht.
Zunächst sind alle begeistert. Auch Frau Stahmann findet, dass der Chip (ID), der an einem Armband befestigt ist und von der Mutter am Handgelenk getragen wird, so Mutter und Kind elektronisch miteinander verbindet, eine gute Idee ist. Damit wisse eine jede Mutter bzw. jeder Babysitter, wie das Rollenverständnis funktioniere und das Baby nicht an jeden abgeschoben werden könne. Doch schon bald kommt die Enttäuschung. Bei dem RealCareBaby I - Konzept wird das Bewusstsein der Teenager einseitig geprägt, weil den jungen Mütter vermittelt würde, ein Baby bedeute das Aus der Teilnahme am öffentlichen Leben, es seien keine Vergnügungen, keine Freizeit, keine Selbstverwirklichung mehr möglich und erlaubt.
Dies ist im wirklichen Leben jedoch nicht der Fall, wie Frau Stahmann aus ihrem eigenen Leben als Dozentin mit einem Neugeborenen zu berichten weiß. Wenn man nur den dazu gehörigen Mut aufbringe und Selbstbewusstsein an den Tag lege, seien die Mutterrolle und die Rolle als berufstätige Frau unbedingt miteinander vereinbar. Wie sich später herausstellt ist auch die Idee mit einem Kontrollchip am Handgelenk der Mutter keine gute Idee, da das Baby ausgenommen von einem Babysitter mit einem zweiten Armband von niemandem sonst betreut werden kann.
Ein weiter Kritikpunkt von Frau Stahmann ist, dass das Simulationsbaby nicht auf Gefühle, wie zum Beispiel Liebe reagiert, während normale Babys manchmal zu schreien aufhören, sobald sie die Nähe ihrer Mutter spüren. Das RealCareBaby I hingegen schreit so lange, bis ein bestimmter elektronischer Impuls erfüllt wurde. Auch die Leichtigkeit, mit der man der Puppe das Genick brechen kann, ist erschreckend und nicht real.
Als in der Nacht dann die Puppe in stundenlanges Geschrei verfällt, stellt sich ein weiterer Kritikpunkt heraus. „Wir fällen gemeinsam in dieser Situation die Entscheidung und verbannen „Real Little Horror“ in den Kofferraum unseres Autos“, schriebt Frau Stahmann. Auch trainiere die Puppe nicht das Verantwortungsbewusstsein „der jungen Mutter“ sondern die gehorsame Ausführung von vorprogrammierten Abläufen.
Das abschließende Fazit von Frau Stahmann lautet: „Natürlich finde ich es bedenklich, wenn Teenager Eltern werden. Das rechtfertigt aber nicht diese Art und Weise der Projektförderung und Durchführung, bei dem unsensibles menschenverachtendes Verhalten geprobt wird.“
„Jedes Kind ist von Anfang an eine kleine Persönlichkeit. Glücklicherweise nicht genormt, nicht programmiert, ganz individuell und eigen!“
 

Frau Stahmanns Bericht ….. vom ….wurde zusammengefasst von Nathalie Richter und Sarah Zieske (10c)