Zusammen mit Christine war ich Mutter für ein Wochenende


 

 

Wir haben an dem Projekt "RealCareBabyProjekt" teilgenommen, das dafür da ist, zu erfahren, wie sich das Leben als Mutter anfühlt. Ich war sehr gespannt auf das Projekt, da ich nicht wirklich wusste, was genau auf mich zukommt.  Als ich das Baby dann zum ersten Mal zu Gesicht bekam, war ich ein bisschen enttäuscht, denn anstatt an ein Baby erinnert zu werden, lag eine in Plastik gehüllte Puppe, ähnlich einer Baby Born Puppe, vor mir.  

 

Außerdem waren die Wäsche und die Windeln, die mit den Puppen in den Kartons waren, total dreckig.

Trotz des puppenartigen Aussehens und obwohl ich mir ziemlich albern mit einer Puppe im Arm vorkam, versuchte ich das Simulationskind so gut es ging ernst zu nehmen. Doch als ich dem "Baby" zum ersten Mal die Flasche gab, kam ich mir schon ein bisschen verarscht vor. Die Flasche, die leer ist, hält man dem Baby einfach an den geschlossenen Mund, so wie man es als Kind bei seinen Puppen gemacht hat. Dann weist ein Schluckgeräusch darauf hin, dass es trinkt. Sobald man die Flasche wegnimmt, fängt es an zu schreien. Das Füttern des Babys dauerte jedes Mal mindestens eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten und eine halbe Stunde später fing es dann wieder an zu schreien. Auch die Windel musste manchmal im zwanzig- Minuten- Takt gewechselt werden, was ich für sehr unrealistisch halte.

 

Eine weitere Sache, die ich zu bemängeln habe, ist das Genick des Kindes, welches so labil ist, dass es, sobald man es nicht richtig hält, nach hinten kippt und das Baby sehr laut und sehr lange schreit. In der Projektauswertung wurde dies als grober Umgang bezeichnet.

 

Ich finde, dass das ganze Projekt sehr realitätsfremd ist.  Ich glaube nicht, dass auch nur eine Projektteilnehmerin aus unserer Projektgruppe es geschafft hat, diese Puppe als echtes Lebewesen zu sehen. Außerdem gab es mit dem Baby keinerlei positive Momente, so wie es sie mit einem echten Baby gegeben hätte.

 

Natürlich wäre es total stressig in unserem Alter ein Baby zu bekommen,  aber trotzdem gibt es doch auch schöne Momente mit einem Kind, Wenn man mit ihm spielt, es in den Arm nimmt, oder man einfach nur feststellt, wie sehr man es liebt. Diese Momente gibt es in diesem Projekt nicht und es wurde auch im Vorfeld nicht darüber gesprochen. Babys werden mittels des RealCareBabyProjekts meines Erachtens einfach nur als Monster dargestellt und ich glaube, der Sinn dieses Projektes ist es, uns Frauen beizubringen, bloß keine Kinder zu bekommen.

 

Mieke Stahmann (10b)