Girls Day im Gartencenter Dames 

Ich war im Gartencenter Dames in Twistringen. Erstmal konnte ich ein bisschen länger schlafen als sonst, nämlich bis halb acht. Ich musste um  kurz vor acht Uhr mit dem Fahrrad losfahren, damit ich rechtzeitig dort ankam. Pünktlich um halb neun Uhr bin ich endlich beim Gartencenter angekommen und wurde auch sofort erkannt. Da mein Ansprechpartner Günther Dames noch nicht da war, sollte ich erstmal mit den Floristinnen  die Blumen und Pflanzen vor die Tür stellen. Nun war Herr Dames, ich durfte ihn später Günther nennen, endlich da. Ich hatte erwartet, dass er mir erstmal zeigt, was ein Gärtner so tun muss und was wir noch alles so machen, aber das Gegenteil war der Fall. „Nichts zeigen sondern Arbeiten!“, war das Motto.  Er hat mir eine Schippe gegeben, mit der ich einen mit Hügeln übersäten Acker begradigen durfte. Ich sollte mir eine Schubkarre holen und die Erde abtragen, das habe ich natürlich auch gemacht. Während ich der glühenden Sonne ausgesetzt war, durfte ich schuften wie ein Esel. Ich war sozusagen sein Helferlein. Ich trug die ganze Zeit die Erde ab, während Günther sich eine Zigarette nach der anderen gedreht und geraucht hat. Alle paar Minuten ist er mit dem Auto weggefahren und hat Kaffee getrunken. Nach ungefähr zwei Stunden war ich fertig. Ich konnte schon jetzt nicht mehr, denn meine Hände taten mir weh. Als Günther endlich mal wieder zu mir gekommen ist und ich ihm mein Werk gezeigt hatte, sagte er: „Nicht schlecht, aber ein paar Hügel sind immer noch zu sehen!“ Er hat gesagt, dass ich eine Walze nehmen  und alles walzen solle. Ich nahm mir die Walze und bemerkte, dass sie gar nicht so leicht war, doch ich musste es ja machen. Nach zweimaliger Walzung  des Ackers  war ich echt aus der Puste. Die Oberfläche war dank meiner Schinderei schon richtig gerade geworden, deshalb war für mich die Aufgabe ansich erledigt. Doch anstatt eine Pause machen zu dürfen, sollte ich mir eine Harke nehmen und alles durchharken, damit es noch gerader würde. Das tat ich auch: Nun sollte ich wieder walzen und dieser Vorgang wiederholte sich mindestens  fünfmal. Immer harken, walzen, harken, walzen, harken, walzen… .So nun habe ich gedacht, dass ich fertig war. Eigentlich wollte er, dass ich noch einmal  alles harkte, doch die Zeit war um und er musste mich gehen lassen. Es sah schon perfekt aus, gerade so wie eine frisch geteerte Straße. Doch Meister Dames hat nur gesagt: „Ist nicht perfekt, aber das macht nichts! Dann mach ich noch die Feinheiten selbst.“

Als ich nun endlich fertig war, musste er ja noch den Girls´ Day- Zettel ausfüllen und da hab ich gesehen, dass er eine noch schlimmere Handschrift hat als ich. Kaum vorstellbar! Selbst ich, der so eine hässliche und fast unentzifferbare Schrift habe, konnte seine nicht lesen. Er hatte nun gemerkt, dass ich gute Arbeit geleistet hatte und bot mir einen kleinen Hilfsjob an: Nämlich, dass ich jeden Tag zu ihm komme und Blumen gieße könne. Er würde mir dafür 3,50 Euro die Stunde geben. Dabei ist zu bedenken, dass ich mehr als eine Stunde insgesamt fahren müsste und außerdem sollte ich zwei bis drei Stunden am Tag für ihn arbeiten. Innerlich lehnte ich dankend ab, denn dann hätte ich gar keine Freizeit mehr gehabt. Direkt auf sein Angebot erwidert, habe ich aber nur gesagt, ich überlegte es mir und bin weggefahren. Ich werde nicht bei ihm arbeiten, schon allein wegen des niedrigen Stundenlohns lehne ich das ab, da verdient ja sogar ein Spargelstecher mehr Geld. Insgesamt war dieser Girls´ Day keine gute Erfahrung für mich! Es hat mir leider gar keinen Spaß gemacht, wahrscheinlich lag das daran, dass Günther sich nicht so wirklich um mich gekümmert hat. Naja, jetzt bin ich froh, dass ich das alles hinter mir habe und um eine Erfahrung reicher bin.

Roman Richter 8a