Was ist Landwirtschaft?

Als Landwirtschaft bezeichnet man den Prozess, bei dem durch gezielten Anbau von Pflanzen, (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau) nicht jedoch Forstwirtschaft ,und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe produziert werden. Diese dienen zum einen der Ernährung des Menschen, zum anderen als Rohstoff für Industrieprodukte, wie beispielsweise Rapsöl Eine Person, die erwerbsmäßig Landwirtschaft betreibt, bezeichnet man als Landwirt oder Bauer.
(Auszug aus Wikipedia im Internet)

Noch vor Jahren konnte eine Landwirtschaft einen Zweigenerationenhaushalt ernähren, denn neben dem Jungbauern und seiner Familie lebten meistens noch die Eltern/Großeltern mit im Haus und konnten von der Landwirtschaft leben.
Doch heutzutage sieht dies anders aus. Die kleineren Landwirtschaften  können kaum die eigene Familie ernähren. Nicht selten geht die Frau nebenbei arbeiten und auch der Landwirt bewirtschaftet seinen Betrieb nur noch als so genannten „Nebenerwerb“.

Doch wie ist der Ablauf in einem landwirtschaftlichen Betrieb?
 

Nach der Ernte ist vor der Ernte

Getreu nach diesem Motto könnte man den landwirtschaftlichen Ablauf bezeichnen.
In  dieser Region werden hauptsächlich  Getreide, Raps, Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln angebaut.

Wenn Ende August die Hauptgetreideernte  abgeschlossen ist, bereitet der Landwirt schon wieder die nächste Ernte vor. Nach der Ernte werden die Stoppeln „umgebrochen. Dies geschieht mit einem sogenannten Grubber oder einer Telleregge. Sind die Felder gepflügt, wird gesät. Der Raps sollte bis Anfang September und die Wintergerste bis spätestens 20.09. gesät werden. 
Nachdem diese Arbeit getan ist, kommt für den Landwirt im September die Maisernte. Der Mais wird gehäckselt (Verwertung als Viehfutter = Silage oder Silo) oder gebrochen (Hühnerfutter oder als Nahrungsmittel für den Menschen – Dosenmais etc.).

Im Oktober werden die Kartoffeln geerntet. Die Kartoffeln werden mit einer Maschine aus der Erde geholt, laufen über ein Förderband auf den Anhänger und werden dabei vom Landwirt und seinen Helfern sortiert.

Ende November läuft die Zuckerrübenernte aus.

Zwar ist die Erntezeit für den Landwirt nun erst einmal beendet, aber ausruhen kann er sich trotzdem noch nicht. Jetzt ist Zeit für die anderen Arbeiten auf dem Hof, z.B. Instandsetzung, Holz hacken, Wald hegen, die Tiere müssen weiter versorgt, Geräte repariert werden und so dann und wann steht ein kleiner Kartenabend mit den Nachbarn aus dem Dorf an.

Ab dem 15.02. beginnt die wohl „schönste“ Zeit für den Landwirt. Er darf wieder „Gülle“ fahren! Darüber freut er sich, die Leute aus der Stadt allerdings weniger.
Der Landwirt darf vom 15.02. bis 01.11. seine Gülle auf den Feldern versprühen. In den Sommermonaten unterlässt er dieses aber, weil es zu heiß ist und er mit den „Düften“ die Menschen nicht verärgern möchte.

Ab März wird die Sommergerste (Getreide) gesät. Sie muss ca. 100 Tage reifen und wird dann geerntet.

Im Frühjahr fährt der Landwirt Grassilage. Das Gras wird gemäht, aufgeladen und dient als Viehfutter. Grassilage ist mit dem Heuen zu vergleichen, allerdings darf das Gras für die Grassilage nicht so lang sein. Das Heu wird später gemäht.

Bis zur Erntezeit im Sommer streut der Landwirt Dünger auf die Felder, damit alles gut wachsen kann.

Im April werden noch Mais und Zuckerrüben gelegt und Kartoffeln gepflanzt. Und dann beginnt das Warten auf die Zeit der Haupternte im Sommer. Dann wird teilweise bis in die Dunkelheit hinein die Ernte eingefahren. Das Getreide wird mit einem Mähdrescher geerntet. Die Ähren werden im Mähdrescher gesammelt und später auf die Hänger gekippt. Das Stroh fällt hinten aus dem Mähdrescher raus und wird mit einer Strohpresse in Rundballen oder eckig gepresst. Es dient als Futter für die Tiere.

Obwohl der Landwirt ein genügsamer und ruhiger Mensch ist, hat er doch einen Feind, das Wildschwein.
Das Wildschwein kommt aus den Wäldern und verwüstet auf der Suche nach Futter so manches Mal die frisch bearbeiteten Felder. Der Landwirt kann diesem nur durch Aufpassen und Absicherung mit Zäunen entgegentreten.

Die Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Gelände besteht jedoch nicht nur aus der Arbeit auf dem Feld. Zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehören auch die Tiere.

Das so genannte Rindvieh, also die Kühe, Rinder oder Kälber müssen zweimal am Tag gefüttert werden. Das Vieh bekommt Mais, Kraftfutter und Heu oder Stroh.. Im Sommer sind die Kühe fast ausschließlich auf den Weiden.
Die Kühe werden zweimal täglich gemolken. Früher wurden sie mühsam mit der Hand gemolken, was viel Zeit in Anspruch nahm. Doch heutzutage wird fast ausschließlich mit der Melkmaschine, dem so genannten Melkgeschirr gemolken. Den Kühen werden Saugnäpfe an die Zitzen gesetzt. Durch den Saugeffekt der Maschine wird ähnlich wie beim Melken mit der Hand die Milch aus dem Euter gepumpt. Alle zwei Tage kommt ein Milchwagen von der zuständigen Molkerei und holt diese ab.

Eine Kuh kalbt einmal im Jahr. Die Kälbchen werden heut meist schon nach kurzer Zeit von der Mutter getrennt und mit einer Flasche großgezogen.

Die Schweine werden mit ca. 10 Tieren in so genannten Buchten gehalten. Sie werden auch zweimal am Tag gefüttert. Das Futter besteht aus Getreide oder Mischfutter vermischt mit Wasser. Manchmal dürfen die Schweine auch draußen laufen.

Auf einem Hof kann man außerdem Pferde, Hühner (für den Eigenbedarf), Hunde, Katzen und öfter auch Mäuse antreffen.

Die Frau des Landwirtes baut auch heute noch ihr Gemüse im eigenen Garten an. Hier wachsen neben Kartoffeln, Erbsen, Salat, Tomaten auch viele Obstsorten. Das ist kostengünstig und sehr lecker.

Die Arbeit einer Landwirtsfamilie ist hart und abwechslungsreich, hat aber einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Berufen. Man ist viel an der frischen Luft, sein eigener Herr und kann sich über selbst geerntetes Gemüse und eigenes Fleisch auf dem Tisch freuen.

Nachteilig sei noch zu erwähnen, dass ein Landwirt kaum Urlaub oder ein freies Wochenende hat. Wenn er mal verreisen möchte oder krank wird, muss er für Ersatz sorgen.