Hähnchenmast  in Bassum und umzu

Hühner wurden bereits vor 4000 Jahren in Indien als Haustiere gehalten. Bis Anfang der 50er Jahre wurden die Hähnchen in Europa nur in kleinen Beständen gehalten. Aus Amerika und Holland kamen dann die ersten Anfänge mit spezialisierten Mastrassen und ab 1960 begann sich in Deutschland die Mast in großen Stallungen durchzusetzen, bedingt auch durch einen steigenden Hähnchenfleischkonsum sowie einer sinkenden Eigenversorgung.

Die Hähnchenproduktion ist von einer vertikalen Integration mit Arbeitsteilung gekennzeichnet. Sie ist notwendig, um kontinuierlich große Mengen an Geflügelfleisch mit gleich bleibender Qualität vermarkten zu können. Der Landwirt übernimmt dabei den Part des Mästers während die Industrie die Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Vermarktung übernimmt. Um als Landwirt eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Schlachtunternehmen zu haben, haben sich die Mäster in Erzeugergemeinschaften zusammengeschlossen.

Der Selbstversorgungsgrad mit Hähnchenfleisch beträgt zurzeit ca. 60%. Wobei die beiden größten deutschen Hähnchen- Unternehmen, die Wiesenhofgruppe mit ca. 50% und die Stolle- Gruppe mit ca. 16% Marktanteil, insgesamt ca. 2/3 der in Deutschland produzierten Hähnchen liefern.

Die Hähnchen werden in großen Ställen ohne Abteilungen gehalten, wo sie sich frei bewegen können. Die Käfighaltung existiert nur in einigen Ländern des mittleren Ostens, nicht aber in Europa. Als Einstreumaterial dient entweder gehäckseltes Stroh, Sägespäne oder Dinkelspelzen. Wir verwenden Stroh. Die Ballen werden mit einem Trecker in den Stall gefahren und ausgebreitet, damit sich die Hähnchen wohlfühlen können.

Futteranlage im Stall Auf den Papierbahnen werden die Kücken ausgesetzt

Vor dem Einstallen werden im Stall Papierbahnen verlegt, auf denen den Hähnchen am Anfang zugefüttert wird. Dort werden die Hähnchen auch am Anfang hingesetzt.

Außenansicht des Hähnchenstalls Anlieferung in großen Kisten

Die Hähnchen bekommen pelletiertes Futter. Angefangen wird mit dem Starterfutter, das die Hähnchen bis zum 10.- 14. Lebenstag bekommen. Das Futter beziehen wir als Fertigfutter.

Danach folgt das Hauptmastfutter. Etwa 5 Tage vor dem Schlachten folgt das Endmastfutter. Das Futter besteht hauptsächlich aus Weizen, Mais und Soja, es ist in seiner Zusammensetzung dem Alter der Hähnchen angepasst. Ab dem 14. Tag bis 3. Tag vor dem Schlachten wird noch ganzer Weizen dem Futter zugemischt, um die Verdauung zu fördern.

Die Küken mögen es warm. Deshalb wird der Stall vor der Belegung auf 34 Grad aufgeheizt. Die Temperatur reduziert sich dann im Laufe der Zeit auf 22 Grad. Bei uns übernehmen zwei Heizkanonen (je 95KW) die Erwärmung der Luft. Für eine angenehme Luft sorgen elf Ventilatoren mit einer Gesamtluftleistung von 340.000 m³/h sowie eine Sprühkühlung für den Sommer. Der Stall verfügt über einen Lüftungscomputer, der für optimale Temperatur und Luft sorgt. Des Weiteren ist ein Fütterungscomputer installiert, der die Fütterung regelt und überwacht. Die eingebaute Tierwaage erlaubt eine ständige Gewichtskontrolle.

Jetzt müssen sie nur noch eingesetzt werden Alle Kücken sind drin

Die Hähnchen werden insgesamt 30 Tage gemästet. Sie haben dann ein Gewicht von ca. 1500 Gramm, zu Beginn der Mästung wogen sie einmal 41g. Ein Hähnchen hat in den 30 Tagen 2,3 – 2,6 kg Futter zu sich genommen.

Das Ausstallen erfolgte bei uns per Fangmaschine. Beim Maschinenfangen ist nur die Hälfte der sonst üblichen Personen notwendig. Dabei ist die Arbeit wesentlich weniger anstrengend als beim Handfangen. Entgegen der landläufigen Meinung ist das Maschinenfangen eine sehr schonende Methode des Hähnchenausstallens. Dies wurde auch schon von wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt.

Nach dem Ausstallen wird der Stall entmistet, gewaschen, desinfiziert und ist dann für einen neuen Durchgang vorbereitet.
Der Mist ist ein hochwertiger Dünger. Einen Teil davon bringen wir auf den eigenen Flächen aus und den Rest geben wir an andere Landwirte ab.

Man kann den Stall sogar als einen riesigen Partyraum nutzen, dies ist schon einmal beim Geburtstag des Chefs gemacht worden. ¼ des Stalls wurde mit Sand voll gefahren. Anschließend wurde eine Beachparty mit 150 Leuten gefeiert.

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Vertikale Integration

Bei der vertikalen Integration sind alle Betriebe einer Produktionsrichtung miteinander verbunden. So sind die Wiesenhofmäster an den Futter- und den Kükenlieferanten vertraglich gebunden. Dies kann aber je nach Schlachtunternehmen variieren.

 

Den Bericht über den Hähnchenmastbetrieb verfasste

Tobias Hollwedel – Klasse 10a