75 Jahre RS Bassum

Inhalt

Zeittafel

1924 - Der Anfang
1933 - Schwere Zeit
1939 - Krieg - Zerstörung
1945 - Nicht nur die 
Stunde Null
1954 - Klare Verhältnisse
1958 - Umzug in ein eigenes Gebäude
1964 - Umbenennung
 1978 - Umzug in das 
neue Schulzentrum
1992 - Ein neuer Schulträger
Festschrift - Download
1945 Nicht nur die Stunde Null

 

Nachdem der erste Rektor der Bassumer Mittelschule, Hermann Müller, altersbedingt in den Ruhestand getreten war, wurde am 1.12.1945 ein neuer Rektor mit der Leitung der Mittelschule beauftragt. Vom 30.1.1946 an begann er zu unterrichten - und zwar allein! Die Bedingungen, unter denen das passierte, schildert er in der Chronik :

Ich musste allein mit sechs Klassen fertig werden. Die Schule hatte durch die Besatzungstruppen, die hier Quartier genommen hatten, sehr gelitten. ... Jede der sechs Klassen hatte bei mir wöchentlich zweimal je drei Stunden Unterricht. Für die freien Tage gab ich den Schülern eine Menge Hausaufgaben auf. Weiter gab es nur wenige Hefte zu kaufen. Die Schüler halfen sich, indem sie auf die Rückseite von Kalenderblöcken usw. schrieben. Die Schülerzahl war zusammengeschmolzen, besonders in den oberen Klassen. Wegen der langen unterrichtslosen Zeit waren viele Schüler in einen Beruf gegangen. Die Schülerzahl war auf etwa 120 herabgesunken. Ostern 1946 wurden alle Schüler versetzt, Zeugnisse gab es nicht.”

Bereits im Schuljahr 1946/47 wurde "Einzelkämpfer" Polke entlastet. Neue Kollegen kamen, darunter auch alte, die schon vorher an der Mittelschule unterrichtet hatten und nach ihrer Entnazifizierung wieder eingestellt wurden.
Kollegium 1953 

Im Zuge des Bevölkerungsanstiegs im Zusammenhang mit der Fluchtwelle aus dem Osten stieg die Schülerzahl 1947 auf 200 an. Die Mittelschule wurde nun zweizügig. Damit verschärfte sich aber auch die Raumnot im Schulgebäude an der Bremer Straße, so dass seit Beginn der 50 er Jahre über einen Schulneubau diskutiert wurde.

Ein Beschluss der Kultusministerkonferenz von 1953 definierte die Bestimmung der Realschule im Rahmen ihrer Tradition:

Die Mittelschule entspricht einem dringenden Bedürfnis des deutschen Bildungswesens und Wirtschaftslebens. Sie bereitet ihre Schüler auf Aufgaben des praktischen Lebens mit erhöhter fachlicher, wirtschaftlicher und sozialer Verantwortung vor und vermittelt die dafür notwendige allgemeine Bildung.

1959 ergänzte der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen:

Die Realschule (Mittelschule) entstand als die Schule des gewerblichen Mittelstandes und der später anwachsenden industriellen verwaltenden, disponierenden Mittelschicht, in steigendem Maße auch der ausführenden technischen Berufe. ... Wirtschaft und Verwaltung verlangen auch heute nach einem solchen Typ der Bildung, die den praktischen Berufen mit erhöhter Verantwortung angemessen ist.

So definiert trat die Mittelschule (Realschule) eine erfolgreiche Entwicklung im Windschatten der z.T. mit viel Getöse geführten bildungspolitischen Diskussion in der Bundesrepublik und auch in Bassum an.