75 Jahre RS Bassum

Inhalt

Zeittafel

1924 - Der Anfang
1933 - Schwere Zeit
1939 - Krieg - Zerstörung
1945 - Nicht nur die 
Stunde Null
1954 - Klare Verhältnisse
1958 - Umzug in ein eigenes Gebäude
1964 - Umbenennung
 1978 - Umzug in das 
neue Schulzentrum
1992 - Ein neuer Schulträger
Festschrift - Download
1939 Krieg und Zerstörung

 

In dem Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg begann, erhielt die Volksschule einen eigenen Leiter. Bis dahin hatte der erste Rektor der Mittelschule die Volksschule mitgeleitet. Es erfolgte auch eine Umbenennung der Klassen. Der Anfangsklasse wurde nun die Ziffer I, der Entlassklasse die Ziffer VI zugewiesen.

1942 begann man klassenweise von unten aufsteigend mit der Umwandlung der Mittelschule in eine Hauptschule. Angesichts des kriegsbedingten Facharbeitermangels wollte man mit der Einführung dieser neuen Schulform Begabungsreserven der Volksschule mobilisieren. Das Verhältnis dieser neuen Schulform zur Mittelschule blieb im Kompetenzenwirrwarr der nationalsozialistischen Bildungspolitik weitgehend ungeklärt und sorgte für Irritationen. 1945 wurden an der Bassumer Mittelschule die unteren Klassen formal als Hauptschulklassen, die oberen als Mittelschulklassen geführt.

Spätestens seit 1942 machten sich auch die Folgen des Krieges in der Bassumer Schule bemerkbar. Die Schüler führten Heilkräuter- und Altmaterialsammlungen durch und mussten Kartoffelkäfer suchen. Eine detailliertere Beschreibung dieser Aktionen erfolgt durch Frau Beckefeldt in unserer Festschrift.

Die Lehrerversorgung wurde in Folge von Einberufungen zur Wehrmacht - allerdings nicht durchgängig - schlechter, so dass Oberklassen auch schon einmal im Unterricht bestimmter Fächer zusammengelegt wurden.

In den Wintermonaten, vor allem im Februar, musste die Schule in Folge von Schwierigkeiten in der Brennmaterialversorgung geschlossen werden. Immer wieder fiel der Unterricht kurz vor Kriegsende auch wegen der Belegung der Schulgebäude mit Flüchtlingen aus. Die Schüler holten sich in diesen Fällen zu Wochenbeginn Hausaufgaben ab, die dann von den Lehrern nachgesehen wurden.

In den letzten Kriegsjahren erhöhte sich die Schülerzahl um ca. 80% auf 181. Das hing mit der Schließung von Bremer Schulen und der Aufnahme ihrer Schüler als "Gastschüler" in Bassum zusammen.

Ganz schlimm kam es dann am 7. bzw. 8. April 1945. In der Chronik lesen wir :

 

Am 7. April – einem Sonnabend – erfolgte ein Luftangriff auf Bassum, im engsten Angriff auf die Schule und Umgebung fielen 25 Bomben. Alle Fensterscheiben des Schulgebäudes waren zertrümmert, das Dach des Nebengebäudes stark beschädigt, ebenso die anliegenden Gebäude. An Toten waren 4 zu beklagen. Beide Schulgebäude wurden geräumt, Bänke, Tische, Schränke auf den Hof gestellt, ebenso Nähmaschinen. Bald lag diese Einheit englischer Truppen in dem Gebäude, bald jene, am längsten hielt sich ein englisches Pionierbataillon darin auf; dann lag ein Kommando deutscher Truppen darin, die für die Engländer arbeiteten, dann folgten belgische Truppen. Die Schulbänke wurden verheizt. Schränke, Stühle, Nähmaschinen, Hobelbänke etc. verschleppt, andere Sachen wie Lichtbildwerfer, 6 Schreibmaschinen, Radio, Mikroskope, Präparate, Lehrmittel verschleppt und vernichtet, Bücher und Akten, Verzeichnisse verbrannt. Der Schaden wird sich auf 20.000 RM belaufen. Dem Leiter wurde der Eintritt in die Schule und die Sicherstellung verboten.