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Religion

 

 Alltagsleben im Fastenmonat Ramadan

Alltagsleben im Fastenmonat Ramadan

 

Vortrag von:

Rhami Tuncer von PRO ASYL im Landkreis Diepholz

Frau Kleber (gebürtige Türkin, praktizierende Muslimin, verheiratet mit einem
evangelisch gläubigen Bassumer)

Gesprächsmoderation: Frau Stötzel
Initiiert von Präventionsrat der Stadt Bassum

Mittwoch, den 11.10.2006

3. Std. 10b                  (Realschule Bassum, Frau Emke)

4. Std. 10a,b,c             (Realschule Bassum, Frau Emke)

5. Std. 8a                    (Realschule Bassum, Herr Lückmann)

6. Std. 8b                    (Realschule Bassum, Frau Wendt und Frau Schulz)

Beim Vortrag erhielten alle Schüler und Lehrer eine herzliche Einladung zum IFTAR- Essen, dem Fastenbrechen im Ramadan.

Donnerstag, den 12.10.2006

Im Jugendhaus Fönix (Am Petermoor 2 in Bassum, Tel. 04241/5210)

Einlass: 18.30 Uhr

Beginn des Essens mit Sonnenuntergang um ca. 19.15

Ende gegen 20.45 Uhr

Berichte und Fotos zum Vortrag und zum Fastenbrechen folgen.

Pro Asyl arbeitet sowohl ehrenamtlich als auch in der Beratungs- und Projektarbeit professionell hauptamtlich. Beratung und Projekte finanzieren Land, Bund und Stiftungen wie die hauseigene SUN- Stiftung.

Für Ratsuchende wird nicht bezahlt:

- Psychologische Behandlung traumatisierter Flüchtlinge,

- Sprachkursgebühren für Flüchtlinge,

- Arztkosten, die über die Grundversorgung hinausgehen,

- Übersetzung von Dokumenten für Annerkennungsverfahren,

- Informationsmaterial für Asylverfahren aus Herkunftsländern,

- Fahrtkosten zum Gericht und zu Rechtsanwälten, Gerichtskosten, Rechtsanwaltskosten, die über die Beratungshilfe hinausgehen.

Weitere Informationen erhalten Sie von Rhami Tuncer, 05442/804530 oder 04242/6126,

proasyl@welthaus-barnstorf.de


 
Alltagsleben im Fastenmonat Ramadan

Vortrag von Herrn Tuncer (Pro Asyl) und Frau Kleber

 

Viele Muslime sind seit der Anwerbung durch die Bundesregierung um 1950 herum aus dem Ausland nach Deutschland gekommen, weil es hier in den Fabriken und Industrien damals viele freie Arbeitsplätze gab. Diese Menschen nennt man Migranten. Manche kamen auch, weil sie aus ihrem Land aufgrund von Kriegen flüchten mussten oder aus anderen politischen Gründen. Sie haben sich an das Leben in Deutschland gewöhnt und auch oftmals ihre Familien mit zu sich geholt, wenn es möglich war. Allein im Landkreis Diepholz leben mehr als 8000 Migranten aus mehr als 100 Ländern. Viele von ihnen sind binational verheiratet. Die meisten Wirtschaftszweige wären ohne diese Menschen gar nicht möglich, da wir Deutschen uns für diese Arbeiten oft zu schade sind. Herr Tuncer griff bei dieser Darstellung auf seine Arbeit in der Beratungsstelle PRO ASYL zurück. Der Aufgabenbereich der Beratungsstelle wird von Ann-Kathrin Helfers in der Übersicht erklärt.

Bei dem Vortrag von Herrn Tuncer und Frau Kleber zum Thema „Alltagsleben im Fastenmonat Ramadan“ wurden die Hintergründe zum Ramadan erklärt.

Der Ramadan dauert 30 Tage und es wird in der Zeit von Sonnenaufgang (ca. 5 Uhr) bis Sonnenuntergang (ca. 19 Uhr) gefastet. Das bedeutet, man darf in dieser Zeit nicht trinken, essen, rauchen  und keinen Geschlechtsverkehr haben, es sei denn, man ist auf einer Reise, die Frau ist schwanger oder krank oder sie hat ihre Tage. Mädchen beginnen normalerweise mit ihrer ersten Regel an zu fasten, Jungs mit dem ersten Samenerguss.

Am Ende des Tages gibt es mit der Familie und Freunden ein großes Fastenbrechen, bei dem  alle zusammen essen und trinken. Lydia Dick(10c) und Hiba Taleb(10b) beschreiben in ihrem Beitrag, was genau dann gegessen wird. Am Ende des Ramadans gibt es ein großes Zuckerfest, was man mit Weihnachten vergleichen kann. Im Islam gibt es Weihnachten jedoch nicht wie wir es kennen, z.B. mit dem Weihnachtsbaum, der wird dort erst zu Silvester aufgestellt. Ist Fasten nicht ungesund? Nein, das ist es nicht, wenn man beim Essen nicht alles auf einmal isst sondern die Nahrung langsam zu sich nimmt. Wenn man aus bestimmten Gründen in der vorgeschriebenen Zeit nicht fasten kann, muss man es anschließend nachholen.

Aber auch Christen fasten, was viele nicht wissen. Eigentlich liegt die Fastenzeit für Christen von Aschermittwoch bis Ostern und in der Adventszeit, aber da die wenigsten das wissen, wird dieser Brauch so gut wie gar nicht mehr eingehalten.

Der Koran ist aus dem Arabischen erst 1923 in viele andere Sprachen übersetzt worden. Das arabische Alphabet hat 29 Schriftzeichen. Der arabische Koran wird von rechts nach links und demzufolge von hinten nach vorne gelesen. Der Koran sieht keine Missionierung vor. Während eine Frau ihre Menstruation hat, gilt sie als unrein, dehalb darf sie den Koran währenddessen nicht lesen.

Vor der Ehe dürfen Frauen keinen Geschlechtsverkehr haben. Das entscheide allerdings jede Frau für sich selbst, war die Meinung der Referentin Frau Kleber. Man darf laut des Korans auch kein Alkohol, wie Bier, trinken. An manche Verbote aus dem Koran halten sich allerdings nicht alle, äußerte Herr Tuncer. Mädchen beginnen mit dem Tragen des Kopftuchs ab dem neunten Lebensjahr, da der Prophet Mohammed den Frauen damals geraten hat, sich von Kopf bis Fuß zu bedecken, damit sie nicht von Sklaven missbraucht werden.

Frau Kleber ist praktizierende Muslima und mit einem Christen verheiratet. Sie haben beide ihren eigenen Glauben und niemand zwingt dem anderen seinen Glauben auf. Frau Kleber hat ihrem Mann zu Weihnachten einen Koran geschenkt, dafür hat sie die Bibel mittlerweile in großen Teilen gelesen, was viele von uns Christen sicherlich nicht von sich behaupten können. Dieser offene und respektvolle Umgang mit dem Glauben des anderen Partners in einer bi-nationalen (in diesem Fall: Türkei und Deutschland) und ökumenisch geführten Ehe (in diesem Fall: Islam und Christentum) zeugt von großem Respekt und großer Toleranz.

Muslime sind sehr gastfreundliche Menschen. Sie nehmen einen jederzeit freundlich auf und man ist selbst als Fremder herzlich willkommen.

Bericht zum Vortrag „Alltagsleben im Fastenmonat Ramadan“ von Kristin Meyer (10b) mit Unterstützung der Aufzeichnungen von Hiba Taleb (10b)