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Deutsch

"Nicht Chicago. Nicht hier" von Kirsten Boie
Ein Jugendbuch im Deutschunterricht in einer 6. und 7. Klasse der Realschule behandeln
 


Aufgabe 8: den Titel "Nicht Chicago. Nicht hier" im Text analysieren und interpretieren

von Roman Richter (Kl. 7a)

 

Textanalyse : Kirsten Boie „Nicht Chicago. Nicht hier“ (1999/ 2004)

Seite

Textstelle

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59

„Lüge !“, schreit Niklas. „Alles Lüge!“

„Hör auf!“, sagt Karin scharf. „Warum hätte dieser Karl das auch tun sollen? Dir auflauern! Das hätte ich mich gleich fragen müssen! Das tut doch niemand ohne Grund! Hier ist doch nicht Chicago!“

->  Überfall von Niklas durch

      Karl  (S. 55 )

è     Mutter stellt Niklas als Lügner dar (S.60)

 

69

,, Langsam reicht es mir!“, sagt er.  ,, Jetzt soll er also auch noch ein Dieb sein? Erst überfällt er dich und dann klaut er dir auch noch dein Quix ?“ Er schlägt auf den Tisch. ,,Wir sind doch hier nicht in Chicago!“, schreit Thomas.

Auch wenn es der Vater von Niklas nicht glaubt, Karl ist ein Dieb. Er ist zu wesentlich Schlimmerem fähig.

 

83

Seit der Anzeige sind sicher zwei Wochen vergangen, da klingelt abends das Telefon.

Seit ein paar Tagen hat das Dauerläuten aufgehört, nun heben sie wieder ab.

„Ja, bitte?“, sagt Thomas. Als die Stimme am anderen Ende zu sprechen beginnt, drückt er selbst auf den Lautsprecherknopf. Dann legt er den Finger auf die Lippen.

„... unschuldige Jungs Ärger kriegen!“, sagt eine Männerstimme. Vielleicht klingt sie betrunken. Aber nicht sehr.

„Das rate ich Ihnen im Guten! Sagen Sie der Polizei, die sollen aufhören! Das mit dem Hasen, da hat Karl nichts mit zu tun! Das war ich, das können Sie der Polizei sagen!“

„Ah ja“, sagt Thomas. Freundlich. „Und wer sind Sie denn, wenn ich fragen darf?“

„Das tut nichts zur Sache“, sagt die Stimme und jetzt ist Niklas fast sicher, dass sie betrunken klingt.

Ein falsches Alibi, denkt er. Chicago.

 

Das Telefon klingelt (s. Telefonterror von Karl).

Eine betrunkene Stimme redet und sagt,  er sei es, der das alles getan habe.

Thomas begreift, dass Karl gerade ein falsches Alibi erhält.

 

 

 

 

85

„Okay, okay“, sagt Thomas beruhigend. „Sie sind also ein Freund von Karl?“

„Mich legst du nicht rein, Scheißer!“, sagt die Stimme am anderen Ende. Schrill jetzt. Dann wird der Hörer aufgelegt.

Thomas atmet aus. „Puuhh!“, sagt er.

„Das ist der Beweis!“, ruft Niklas. „Er wusste überhaupt nicht, wo der Käfig steht, der war noch nie hier, dem hat Karl nur gesagt, er soll ihn decken ! Oder ? Thomas, oder?“

„Natürlich wollte er das nur“, sagt Thomas. „Mein Gott, was für Menschen es gibt. Aber natürlich war das auch gleichzeitig eine Drohung.“

Niklas  starrt Thomas an. Chicago.

“Aber ein Beweis ist es doch auch!”, sagt Niklas.

„Ein falsches Alibi!“

 

- beleidigende Stimme am Hörer

- Das ist der Beweis.

- eine Drohung.

- ein falsches Alibi für Karl.

Thomas weiß nun mit Bestimmtheit, dass nicht Niklas sondern Karl der Lügner ist.

 

 

 

 

 

 

 

92

Niklas zerbröselt eine Brotrinde.

,,Da muss man nur welchen Bescheid sagen“, sagt er zur Tischplatte. „Katja aus der Neunten kennt welche, wenn sie denen Bescheid sagt...“

„Keine Gewalt!“, sagt Karin.

„Keine Selbstjustiz!“, sagt Thomas. Gleichzeitig.

Karin steht auf und legt Niklas ihren Arm um die Schultern.

„Wir sind doch hier nicht in Chicago“, sagt sie.

 

 

 

- keine Gewalt

- keine Selbstjustiz

- Familie von Niklas hält fest

zusammen und steht hinter ihm um ihn zu beschützen.

 

107

Niklas geht in sein Zimmer. Er versteht, dass sie ihm nicht glauben konnten. Nichts von dem, was passiert, können sie sich vorstellen.

Sie leben in einer anderen Welt.

Hier ist schließlich nicht Chicago.

Die Eltern konnten ihrem Sohn vorher nicht glauben, weil

sie sich eine gewaltbereite Person wie Karl nicht vorstellen konnten, denn sie leben in einer anderen Welt, in der es diese Form von Gewalt nicht gibt.

 

 

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Beginne den Text folgendermaßen:
Kirsten Boie verwendet den Titel „Nicht Chikago. Nicht hier“ in ihrem Jugendbuch an .... Stellen.
Liest man als Klasse die Textausschnitte rollenverteilt, so fällt dem Leser auf, dass der Titel absolut passend
von der Autorin ausgewählt worden ist.  ...

Kirsten Boie verwendet den Titel „Nicht Chicago. Nicht hier“ in ihrem Jugendbuch an sechs Stellen.
Liest man als Klasse die Textausschnitte rollenverteilt, so fällt dem Leser auf, dass der Titel absolut
passend von der Autorin ausgewählt worden ist.

Ich finde, dass das Buch gut zu lesen ist, obwohl einzelne Passagen schwer zu verstehen sind.
Das Wort Chicago wird oft genug verwendet, so dass es dem Leser ins Auge fallen muss. Was hat es damit auf sich? 

Niklas wächst als zweitgeborenes und jüngeres Kind sehr behütet in einer Kleinfamilie auf, bis Karl diese Idylle zerstört.
Es geht seitdem so hoch her wie in Chicago. Es entstehen viele brenzliche Situationen, aus denen sich
Niklas nicht immer retten kann. Wie man an den oben aufgeführten Stichwörtern sehen kann, hat er es schwer,
sich durchzusetzen, da ihm lange niemand glaubt. Dem verschreckten Niklas stehen kriminelle Jugendliche wie
Karl und sein Freund Rocky gegenüber, die wissen, wie man Schwächeren körperliche und seelische Gewalt antut.
Das Eindringen in die Privatsphäre durch den Telefonterror und die Diebstahlsdelikte zermürben die Familie von Niklas.

Der heilen Welt von Niklas steht die verlogene Welt von Karls bestem Freund Rocky gegenüber; der besitzt nämlich schon
jetzt ein kleines Waffenlager. Niklas versteht die darin versteckte Drohung richtig und erlebt noch mehr Angst und Schrecken.

Das Böse zerstört systematisch das Gute und nicht einmal die Polizei kann helfen.

Da das Buch von Kirsten Boie „Nicht Chicago. Nicht hier“ realistisch zeigt,  wie es zum Teil bei uns abläuft,
ist es für unsere Altersklasse (ab 12 Jahren) gut geeignet.

In der Lektüre werden  auch Schimpfwörter verwendet. Damit hätte ich so in einem Jugendbuch, das im
Deutschunterricht gelesen wird, nicht gerechnet.