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Hallo, liebes Tagebuch!
Heute
war Konfirmandenunterricht, da saß ich wieder neben Rocky.
Das ist ein Schüler aus meiner Parallelklasse.
Ich habe sonst nicht viel mit ihm zu tun, aber beim Konfirmandenunterricht sitzen wir neben einander.
Dieser Rocky hat zwei Gesichter, er ist zwei ganz verschiedene Menschen.
Morgens ist er der Schulrocky, er hängt dann immer
mit Karl und seiner Truppe rum.
Der würde nie auf die Idee kommen mich eines Blickes zu würdigen, denn
in der Schule steht er auf der Beliebtheitsskala ganz oben und würde
sich nie mit mir abgeben.
Dann gibt es da noch den freundlichen Nachmittagsrocky, der ist
vollkommen anders gepolt.
Der hat mich heute gefragt, ob ich mir bei ihm noch etwas angucken will.
Das, was er mir gezeigt hat , das glaubst du gar nicht.
Stell´dir vor, er hat mir seine Waffensamlung gezeigt.
Dazu gehören ein Butterfly, ein Springmesser, CS-GAS, ein Totschläger
und seine Smith and Wesson.
Rocky hat mir sogar die Pistole in die Hand gelegt. Sie fühlt sich
schwer an, viel schwerer, als ich es erwartet habe. Als ich ihn frage,
wo er das Ding herhabe, antwortet er, über Connections könne man alles
besorgen.
Stark, dass er mir so ein Geheimnis anvertraut hat. Aber warum hat er
mir wohl eigentlich seine Waffen gezeigt?
Es ist wohl besser, ich grübele nicht darüber nach.
Tschüs, bis Morgen - dein
Niklas.
Chevy Orlando
Fritsch - 7a
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Wie alles begann:
In meiner Klasse gab es
einen neuen Schüler: Karl. Der wohnte im gleichen Ort wie ich. Frau
Römer, meine Klassenlehrerin, wollte, dass wir beiden zusammenarbeiten.
Ich bin eher ein mittelmäßiger Schüler. Karl hingegen kapiert alles sehr
schnell.
Ich hatte kein gutes Gefühl, schon im Bus benahm er sich sehr
merkwürdig.
Bei unserem ersten Lernen bei mir zu Hause fehlte, nachdem Karl gegangen
war, eine CD meiner Schwester.
Bei unserer zweiten Verabredung nahm Karl sich einfach das CD-Rom
Laufwerk meines Vaters mit. Er wolle es sich mal ausleihen, war sein
Kommentar. Ich konnte ihn nicht zurückhalten, er behandelte mich sowieso
wie Luft.
Das „ausgeliehene“ CD-Rom Laufwerk bekam ich natürlich nicht zurück.
Schließlich fuhr ich zu Karl, um das Laufwerk zurückzubekommen. Er lud
mich zu einer Pizza ein und sprühte mir, einfach so, Tränengas ins
Gesicht und lachte sich tot.
In der Schule bekamen
wir für das Geschichtsreferat eine Zwei. Zugegeben, diese Note konnte
ich dringend gebrauchen.
Grund genug für Frau Römer darauf zu bestehen, dass ich weiter mit Karl
lernen sollte. Ich hatte versucht mich dagegen zu wehren, doch es
klappte nicht. Es kam mir vor, als hörte sie gar nicht, was ich sagte,
fast so wie Karl.
Karl rief an und
bestellte mich zu sich nach Hause. Ich hoffte das Laufwerk doch noch
wiederzubekommen, bevor mein Vater etwas merkte und machte mich auf den
Weg. Karl überfiel mich auf halber Strecke und bedrohte mich mit einem
Messer. Ich fiel vom Rad, verletzte mich und mein Fahrrad war auch
kaputt.
Zu Hause erzählte ich alles meiner Mutter. Sie rief bei Karls Eltern
an, diese schilderten alles vollkommen anders, so dass meine Mutter ins
Zweifeln kam und mir nicht mehr glaubte. Sie sagte, er müsse doch einen
Grund haben so etwas zu tun – Karl braucht keinen Grund!
Frau Römer sagte, ich solle mich weiterhin um Karl kümmern, er brauche
Zuwendung, was für ein „Witz“! Ich wollte nicht und erzählte ihr von dem
Überfall. Doch auch Frau Römer glaubte mir nicht, wieder musste ich mir
den Satz anhören, er müsse doch einen Grund haben. Doch nicht Karl!
Keiner glaubt mir- warum eigentlich?
Dann verschwand mein
Quix. Sofort schoss es mir in den Kopf: Karl steckt dahinter. Schnell
ließ ich die Nummer sperren. Ich hatte das dann Rocky erzählt, einem
Schüler aus der Parallelklasse, der glaubte mir sofort– endlich einer!
Inzwischen hatte mein
Vater das Fehlen des Laufwerkes bemerkt. Ich beichtete alles, doch auch
er zweifelte und glaubte mir aufgrund einer vorherigen kleinen Notlüge
nicht.
Mein Vater forderte
Karl auf, das Laufwerk herauszugeben. Der behauptete, er hätte das
inzwischen kaputte Laufwerk von mir für 100 DM gekauft. Mein Vater
zahlte, bekam es daraufhin zurück und mir wurden die 100 DM vom
Taschengeld abgezogen. Karl log so gut,
dass selbst ich ihm
schon fast glaubte. Ich hatte keine Chance gegen ihn.
Mein Vater bekam
zufällig einen Anruf von der Quix-Zentrale und erfuhr, dass mein Quix
gestohlen worden sein muss, denn jemand anderes versuchte die Sperre
aufzuheben. Endlich war ein kleiner Beweis erbracht und ein Grund
gegeben mir zu glauben. Doch wieder wurde alles von Karls Eltern
bestritten und verdreht – ich würde Karl fertig machen– ich?! Doch nun
fing mein Vater an mir zu glauben!
Dann meldete sich Rocky, der angeblich mein Quix gefunden hatte. Als ich
es abholen wollte, stand Karl mir gegenüber, der für die Rückgabe Geld
verlangte. Ich weigerte mich zu zahlen und Karl schlug in Gegenwart von
Rocky zu, einem Zeugen!
Ich wollte, dass mein Vater sofort zur Polizei geht. Doch er stellte
Karls Eltern zur Rede, die ihm wieder ganz andere Dinge erzählten, auch
Rocky log für Karl. Immer noch verlangte Frau Römer, ich solle mit Karl
zusammenarbeiten, ich weigerte mich. Frau Römer war sauer auf mich, aber
ich konnte nicht mehr und sie glaubte mir ja doch nicht.
Zudem begann der Telefonterror. War ich am Telefon, wurde ich ständig
von Karl niedergemacht, beschimpft, bedroht. Waren meine Eltern dran,
war es ruhig. Das Telefon klingelte ständig.
Was nun passierte:
Abends beim Essen sah meine Schwester, wie zwei Jungen in unserem Garten
umherliefen. Es war Jannes, ein Mitschüler von mir. Auch er redete sich
überzeugend heraus. Angeblich hätte er sich in der Adresse geirrt. Doch
da muss noch jemand gewesen sein.
Später am gleichen Abend verschwand mein Kaninchen Rex aus seinem
aufgebrochenen Stall. Wie oft hatte Karl mir das am Telefon angedroht,
jetzt hatte er es wahr gemacht. Meine Eltern versuchten mich zu
beruhigen. Ich konnte nur noch heulen, heulen...
Endlich gingen wir zur
Polizei. Dort erzählten wir von den ganzen Vorfällen, doch man hielt
dies für dumme Jungenstreiche, nichts zu machen, man sei machtlos.
Trotzdem wurden Karl und seine „Komplizen“ mit Ihren Eltern vorgeladen.
Bei der Polizei fand man sie ganz nett – ganz nett? Mein Vater sollte
die Anzeige zurücknehmen, es bringe ja doch nichts.
Meine Schwester bekam
im Bus ein Gespräch zwischen Karl und Rocky mit. Sie prahlten und
lachten, wie dämlich doch alle seien, sogar die Bullen!Ein Beweis für
die Polizei? Nein, auch dieses Mal wurde alles als Bagatelle abgetan.
Wieder nur Pillepalle..., aber nicht für mich!
Ich hasse Karl, ich
könnte vor Wut explodieren, ich möchte ihn tot sehen, ich bin so
machtlos, alle sind machtlos. Keiner hatte mir geglaubt, sogar meine
Eltern nicht – am Anfang!
Frau Römer und die Polizei glauben mir immer noch nicht oder halten
alles für halb so schlimm.
Karl – der braucht
keine Gründe!
Ich habe nichts getan!
Ein Brief vom Gericht
für Vater?
Ich kann nicht warten, ich öffne den Brief...
Denis Schmidt - 7a
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